Vorträge 2014

Eröffnungsvortrag von Jürgen Ertelt

Jürgen ErteltJEcutcol_150px
*1957, Sozial- und Medienpädagoge, arbeitet als Koordinator im Projekt „youthpart – Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft“ bei IJAB e.V., Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland, in Bonn. Dort ist er u.a. für die Modellentwicklung von Partizipationsmöglichkeiten mittels Internetangebote verantwortlich. Dabei stehen Beteiligungsmöglichkeiten Jugendlicher in eGovernment-Angeboten im Fokus. Als Webarchitekt realisiert er Konzepte für die pädagogische Arbeit mit vernetzten digitalen Medien. Jürgen Ertelt ist seit mehr als 30 Jahren medienpädagogisch aktiv. Politisch engagiert er sich zu Herausforderungen des Internets mit Blick auf Demokratie, Staat und Gesellschaft.

Bildung in der digitalen Gesellschaft
[Eine Koch-Show mit Jürgen Ertelt – moderne Küche für jeden Geschmack]

Nicht nur die mediatisierte Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen fordert uns heute, auch die eigene Mediennutzung führt zu einem veränderten kommunikativen Verhalten und bedingt neue Aneignungs- und Sendestrategien – im Alltag, im Beruf, in der freien Zeit. Die Herausforderungen für pädagogisch Tätige sind zwar schon seit Jahren Thema, aber erst jetzt ist im Kessel genügend Dampf, dass wir uns hier und jetzt in eine handlungsorientierte Auseinandersetzung begeben müssen.

Im Vortrag wird die Bedeutung von Medienkompetenz als Gesellschaftskompetenz illustriert. Die Potenziale digitaler Medien für mehr Partizipation werden anhand der Dimensionen vernetzter Kommunikation hinterfragt. Dazu gibt es einen Exkurs zu aktuellen Social Media Angeboten, der uns zu Rezepten für Bildungsinitiativen mit Internet und digitalen Medien führt – Kollaboration, Selbstlernprozesse, Bildungsfernsehen und „Maker“-Aktivitäten stehen im Fokus.

Abschließend werden offene Quellen und Lizenzen aufgezeigt, die den Zugang zu Materialien, Zutaten und Anwendungen leichter machen. Ein Ausblick auf (netz)politische Entwicklungen schließt das Kochbuch zu vorzüglichen Speisen, die wir allerdings noch selber kochen müssen.


Spuren im Netz: Facebook, Skype, Youtube und Whatsapp – was geht Schule das an …

m becker_150px… Was macht Facebook & Co derzeit so attraktiv für Kinder und Jugendliche? Welche realistischen Folgen kann eine extrovertierte online-Selbstdarstellung für das offline-Leben in der Schule haben? Wo liegen Ursachen für Phänomene wie Cybermobbing und wie kann die Schule angemessen reagieren? Wie können Schülerinnen und Schüler für Privatsphärensschutz sensibilisiert werden?

Die Forderung an Schule und Eltern, Kinder und Jugendliche beim „Großwerden im Internet“ zu begleiten, klingt oft einfacher als sie sich im Alltag umsetzen lässt. Schließlich ist die derzeitige Eltern- und Lehrergeneration ohne Handy und Internet großgeworden.
An diesem Vortrag wird deshalb grundsätzlich und für jeden verständlich erläutert, warum viele das Internet lieben, wo bzw. wie Probleme entstehen und warum es dabei zu so vielen Missverständnissen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen kommt. Vor allem geht es aber darum, welche positive Rolle (Medien-) Erziehung spielen kann.

Der Referent:
Moritz Becker (36) ist Sozialpädagoge, Eltern-Medien-Trainer und „nebenbei“ selbst Vater zweier Mädchen im Grundschulalter. Er arbeitet für den Verein smiley e.V. aus Hannover. Außerdem ist er Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Hildesheim und freiberuflich unter anderem für den Verein Blickwechsel und als Dozent für die niedersächsische Landesmedienanstalt tätig.

smiley e.V. bietet Elternveranstaltungen an, führt Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrern durch und hat im letzten Schuljahr niedersachsenweit mit über 800 Schulklassen gearbeitet.


Es sind meine Daten!

2014-04-02_moritz_2Vortrag von
Moritz Rahlfs, Praemandatum

Unser Alltag wird immer mehr von Technik durchsetzt. Dies bietet viele Annehmlichkeiten und Möglichkeiten – aber wie alles andere auch negative Seiten. Schon jetzt, und in noch höherem Maße in Zukunft, ist es für einen technisch nicht vorgebildeten Menschen extrem schwierig zu verstehen, welches Gerät welche Daten an welche Personen sendet, warum es das tut und wie man es im Bedarfsfall kontrollieren kann. Daten sind zudem wertvoll für verschiedene Parteien (bspw. Böswillige Mitmenschen, Kriminelle oder die Wirtschaft), wodurch die Menschen an vielen Stellen dazu gedrängt werden, Daten anzugeben – in den meisten Fällen nicht offensichtlich (versteckte AGB-Klauseln, Rabattkartensysteme, Phishing…).
Kinder werden von Grund auf durch die Werbeindustrie zur Datenfreizügigkeit erzogen – einfach, weil ihnen niemand etwas Gegenteiliges sagt.

59 von 60 Schülern haben Accounts in Sozialen Netzwerken, 58 von 60 haben noch nie etwas vom Recht am eigenen Bild gehört, etwa die Hälfte hatte bereits Probleme im Netz, die andere Hälfte wird im Laufe ihrer Schulausbildung noch welche bekommen. Sie erfahren hier, Ihre Schüler adäquat auf den Alltag vorzubereiten.

Der Referent:
Dipl.-Biol. Moritz Rahlfs
Geboren 1978 in Hannover
Studium der Biologie in Göttingen
Projektarbeit in Wissenschaft und Naturschutz im In- und Ausland
Seit Ende 2013 bei praemandatum in der Beratung tätig

Interessenschwerpunkte:
Zusammenarbeit komplexer Technologien
Bürgerrechte